Arbeitnehmer gehen krank zur Arbeit

In der Ausgabe 02-2016 von „DGB-Index Gute Arbeit Kompakt“ steht der Präsentismus, Menschen fühlen sich verpflichtet zur Arbeit zu gehen, obwohl sie krank sind.

Arbeiten trotz Krankheit
Wie verbreitet ist Präsentismus in Deutschland?
02/2016
Die zentralen Ergebnisse:
• Insgesamt sind zwei Drittel aller Beschäftigten im vergangenen Jahr mindestens
einmal krank zur Arbeit gegangen
• Knapp die Hälfte der Beschäftigten hat eine Woche und mehr trotz Krankheit
gearbeitet, bei jedem Siebten waren es drei Wochen und mehr
• Arbeitsverdichtung und hohe psychische Arbeitsbelastungen erhöhen die
Wahrscheinlichkeit, dass Beschäftigte krank zur Arbeit gehen
• Beschäftigte, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben, gehen deutlich häufiger
krank zur Arbeit
• Ist das Betriebsklima gut, bleiben kranke Beschäftigte eher zu Hause
Wer krank zur Arbeit geht, nimmt eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes
in Kauf, hat ein größeres Fehler- und Unfallrisiko und steckt im Falle
einer übertragbaren Erkrankung eventuell noch die Kolleginnen und Kollegen
an. Dennoch ist Präsentismus – wie das Arbeiten trotz Krankheit auch genannt
wird – in Deutschland weit verbreitet.
Die repräsentative Befragung zum DGB-Index Gute Arbeit 2015 zeigt, dass
knapp die Hälfte aller abhängig Beschäftigten im vergangenen Jahr eine Woche
und länger zur Arbeit gegangen ist, obwohl die Betroffenen sich „richtig
krank gefühlt haben“. Bei jedem Siebten war dies sogar für drei Wochen und
mehr der Fall.
Die Daten belegen einen Zusammenhang zwischen der Arbeitsbelastung und
dem Ausmaß, in dem trotz Krankheit gearbeitet wird. Offensichtlich ist es nicht
die Motivation durch gute Arbeit, die kranke Beschäftigte zur Arbeit treibt, sondern
die Sorge um die möglichen Folgen von krankheitsbedingten Fehlzeiten.


Für mehr Information oder Unterstützung bei Kündigung oder Abmahnung auch im Krankheitsfall wenden Sie an den Berliner Anwalt für Arbeitsrechtsfragen.
Rechtsanwälte Dr. Breuer
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Quelle. DGB